Pr├╝fungssicher gem. GoBD

Wichtige Informationen zum ÔÇ×Schreiben vom 26.11.2010ÔÇť (so werden Steuergesetze bezeichnet) des Bundesministeriums f├╝r Finanzen (BMF):

Was genau ├Ąndert sich f├╝r Friseursalons/Kosmetikstudios und deren Kassenf├╝hrung?

Nachdem der Bundesrechnungshof erhebliche Steuerausf├Ąlle angemahnt hat, reagierte die Finanzverwaltung mit dem BMF-Schreiben vom 26.11.2010, wonach ab sofort jedes Kassensystem, egal ob PC oder Registrierkasse, alle Buchungsdaten im Detail elektronisch und unver├Ąnderbar aufzeichnen und mindestens 10 Jahre archivieren muss.

Au├čerdem muss ein Betriebspr├╝fer die Daten mittels GDPdU-Schnittstelle (Grunds├Ątze zum Datenzugriff und zur Pr├╝fbarkeit digitaler Unterlagen) direkt aus der Kasse auslesen k├Ânnen.

Daraus geht insbesondere das Datum mit Uhrzeit von der Verbuchung jeder einzelnen Dienstleistung und jedes einzelnen Produktverkaufs mit Preis und Mehrwertsteuersatz hervor. Diese Daten erm├Âglichen die erforderliche Transparenz, um Steuers├╝nder mittels automatischer Auswertung durch die speziell entwickelte Software "IDEA" der Bundesfinanzverwaltung leichter und vor allem schneller ├╝berf├╝hren zu k├Ânnen.

Bei Nichterf├╝llung droht eine Sch├Ątzung der Einnahmen mit unkalkulierbaren Folgen. Wer diese Neuregelung also ignoriert oder versucht, sich gegen diese "Offenbarung" zu verweigern, wird nach einer Steuerpr├╝fung zuk├╝nftig wohl noch tiefer in die Tasche greifen m├╝ssen. Au├čerdem kann ein so genanntes ÔÇ×Verz├ÂgerungsgeldÔÇť (┬ž 146 Abs. 2b AO) berechnet werden, welches mindestens 2.500,- Euro betragen muss und h├Âchstens 250.000,- Euro betragen darf, wenn bei einer Au├čenpr├╝fung die angeforderten Kassendaten nicht direkt vorgelegt werden k├Ânnen. Besonders heftig ist dabei, dass diese Sanktion auch nicht mehr nach sp├Ąterer Erf├╝llung dieser Auflage zur├╝ckgenommen wird!

Im Ergebnis macht diese Neuregelung f├╝r die meisten Salons eine Neuanschaffung des Kassensystems erforderlich, da nach wie vor einfache Registrierkassen ohne Langzeitspeicher und ohne Datenschnittstelle verwendet werden, die den oben genannten Anforderungen nicht gen├╝gen. Denn die ausschlie├čliche Aufbewahrung in ausgedruckter Form ist seit dem 26.November 2010 unzul├Ąssig. Es gibt aber auch viele Computerprogramme, die diese Anforderungen nicht erf├╝llen und deshalb schnellstens aktualisiert werden m├╝ssen.

F├ťR WEN GILT DIE ├ťBERGANGSFRIST BIS 2016?

Zwar gibt es im BMF-Schreiben eine ├ťbergangsregelung bis Ende 2016 f├╝r vorhandene Systeme, die bereits vor dem 26.11.2010 in Betrieb genommen wurden und technisch nicht aufger├╝stet werden k├Ânnen, doch ist diese Ausnahmeregelung an so hohe Anforderungen gekn├╝pft und mit einem so gro├čen manuellen Aufwand verbunden, dass sie kaum ein Betrieb erf├╝llen kann und zudem auch sehr fehlertr├Ąchtig sind, was wiederum zu einer Anfechtbarkeit der Buchf├╝hrung f├╝hren kann, sodass eine fr├╝hzeitige Neuanschaffung unterm Strich die g├╝nstigere L├Âsung ist.

Um sicherzugehen, dass es f├╝r das bisher verwendete EDV-Kassensystem tats├Ąchlich kein entsprechendes Software-Update bzw. f├╝r die verwendete Registrierkasse keinen gr├Â├čeren Speicherplatz und keine GDPdU-Schnittstelle gibt, sollte der Gesch├Ąftsinhaber eine entsprechende Best├Ątigung beim Hersteller einholen. Ansonsten k├Ânnte von Seiten des Steuerpr├╝fers unterstellt werden, dass es sehr wohl eine M├Âglichkeit zum Updaten des verwendeten Kassensystems gab, diese jedoch nicht genutzt wurde, womit ebenfalls eine Hinzusch├Ątzung m├Âglich w├Ąre.

WAS PASSIERT DANACH?

Werden nach dem 31.12.2016 die o.g. Anforderungen der Einzelaufzeichnung mit GDPdU-Schnittstelle nicht erf├╝llt, berechtigt dies im Falle einer Betriebspr├╝fung die Kasse zu

verwerfen und eine entsprechende Gewinnzusch├Ątzung vorzunehmen, die ├╝blicher Weise ziemlich hoch ausf├Ąllt - "Viel zu hoch!" sagen die Betroffenen heute schon. Das spricht f├╝r sich.

WORAUF ACHTEN BETRIEBSPR├ťFER?

Bei der Buchf├╝hrung geht es vor allem darum, dass sie glaubhaft ist und keine L├╝cken bestehen und die geltenden Regeln eingehalten werden. Um das wiederum beurteilen zu k├Ânnen, m├╝ssen heutzutage so viele Daten wie m├Âglich zur Verf├╝gung stehen. Denn jede Art von l├╝ckenhafter Information gibt einem Pr├╝fer Anlass zu Misstrauen. Und wenn das der Fall ist, wird dem Gesch├Ąftsinhaber erfahrungsgem├Ą├č etwas unterstellt, was er m├Âglicherweise jedoch nicht gemacht hat. Das Problem ist jedoch, dass er es dann beweisen muss, aber in vielen F├Ąllen ohne 

entsprechenden Datennachweis gar nicht beweisen kann! Das ist der wesentliche Unterschied zu fr├╝heren Betriebspr├╝fungen, wo der Pr├╝fer ein Vergehen beweisen musste. Heutzutage kann die Beweislast meist auf den Gesch├Ąftsinhaber umgelegt werden, nach dem Motto: "kann schon sein, dass wir uns verrechnet haben, aber beweisen Sie uns das Gegenteil!" Wie aber soll ein Gesch├Ąftsinhaber etwas beweisen, wenn er keine Daten vorliegen hat, die als Nachweis gelten?

WELCHE STRAFEN DROHEN?

Die Strafen richten sich nach der H├Âhe der Steuerhinterziehung. Abgesehen von den strafrechtlichen Konsequenzen ist schon die auferlegte Zahlungsverpflichtung zzgl. horrender Zinsen Strafe genug, da diese in Summe meist nicht aufgebracht werden kann und daher in vielen F├Ąllen die Existenz kostet. Denn Umsatz-Hinzusch├Ątzungen werden ├╝blicherweise auch f├╝r alle vorangehenden Jahre bis zur letzten Pr├╝fung hochgerechnet, sodass auch f├╝r Kleinbetriebe leicht 5-stellige Forderungen zustande kommen. Wenn z.B. nur 20,- Euro pro Arbeitstag angesetzt werden, macht das rund 400,- Euro pro Monat, also rund 5.000,- Euro pro Jahr. Liegt die letzte Pr├╝fung 5 Jahre zur├╝ck, macht das schon 25.000,- Euro. Liegt die letzte Pr├╝fung sogar acht Jahre zur├╝ck, 

ergibt das die horrende Summe von 40.000,- Euro. Und dabei muss noch nicht mal ein teures Auto vor der T├╝r stehen, um die Frage zu beantworten, wo das Geld geblieben ist. 20,- Euro pro Tag k├Ânnen schnell auch f├╝r unsichtbare Kleinigkeiten ausgegeben werden!

Uns wurde auch schon von einer Gewinnzusch├Ątzung ├╝ber 100.000,- Euro berichtet, weil mit der verwendeten Registrierkasse keine Einzeldaten f├╝r den Pr├╝fungszeitraum ausgelesen werden konnten, wobei es sich um einen Betrieb mit nur vier Mitarbeitern handelte.

D├╝rfen so genannte offene Ladenkassen ohne elektronische Aufzeichnungsm├Âglichkeit noch gef├╝hrt werden?

Grunds├Ątzlich ist das F├╝hren einer offenen Ladenkasse weiterhin m├Âglich, wird von Betriebspr├╝fern heutzutage aber gerne auseinandergenommen und verworfen, d. h. hier ist das Risiko der Steuernachzahlung am gr├Â├čten. Deshalb sind die Anforderungen an eine ordnungsgem├Ą├če Kassenf├╝hrung erh├Âht und mit mehr Aufwand 

verbunden, als bei einer Kassenf├╝hrung mit einer Registrierkasse. Schlie├člich kann die Aberkennung der ordnungsgem├Ą├čen Kassenf├╝hrung schon bei kleineren Formalfehlern erfolgen!
Im Vergleich zu den ├╝blicherweise aufgerufenen Betr├Ągen ist deshalb die Investition in ein komfortables Computerkassensystem die sehr viel g├╝nstigere L├Âsung.